Sonntag, 24. Juli 2011
Meine wunderschoenen weissen Fuesse
bumblebeni, 13:48h
Schon wieder haut es meinen Kopf gegen das Tempodach (1). Vor lauter Beulen muss er inzwischen aussehen wie eine Kartoffel. (Das heist, noch mehr wie normalerweise.) Ich versuche vorsichtig, am Fahrer vorbei, durch die dreckverschmierte Windschutzscheibe zu schauen ohne von den naechsten beiden Sclaglochern hinausgeschleudert zu werden. Noch immer ist kein Ende in Sicht. Zugegeben, ich bin hier in Indien mit mehr klapprigen Motoraedern mitgefahren wie ihr euch vorstellen koennt, war selbst hinterm Steuer eines der beruechtigten Tuktuks (2) und bin sogar auf einem Kamel durch die Wueste Thar geritten (die Tatsache das ich die Zuegel in der Hand hatte wurde von dem Kamel leider meist ignoriert). Aber nichts von all dem war so unangenem wie die funfzehnminutige Fahrt mit diesem knatterndem Schultempo, doch ein schnelleres Verkersmittel in das 7 km entfernte Kotputli gibt es nicht. Ueberaschenderweise scheinen die 4 anderen Passagiere, Schueler der Emanuel English School in Kotputli, wie an ihren Sitzen festgeschraubt. Und wahrend ich verzweifelt daruber ratzle aus was wohl die Sitzpolster genacht sind und ob deren Herstellungsbeschreibung das wort “geschmiedet” enthalten haben koennte,schauen sie sich begeistert die Bilder auf meiner Kammera an. Bei einem Foto faengt Haschid plotzlich an aufgeregt zu erklaren. Er spricht Hindi. Die anderen 3 schauen ihn etwas unglaubig an, dan mich.

Bis heute hatte ich auf der Amla-Farm von Haschids Vater gegen Unterkunft und Verpflegung gearbeitet, und in den nur 4 Tagen hier mehr uber Indien gelernt als in den geanzen 2 Wochen davor: Zum Beispiel wie man einen Hindutempel korrekt betritt, das Futter fuer die heiligen Kuehe hexelt, Curd herstellt, indisch duscht, oder das die zur Konservirung der Amlafruchte verwendete Industrialkohol-Zucker-Mischung meine Finger fuer fast 2 Wochen schwarz faerbt. Dan hab ich auch noch Dinge ueber dieses Land gelernt die ich so nie erwartet haette und die ich immernochnicht ganz verstehe. Zum Beispiel warum ausgerechnet im muckenverseuchtem Indien ein Foto von einem Moskitonetz meine 4 Mittfahrer so erstaunen kann. Immerhin koennte man meinen das solche Netze hier ueblich sein. Aber als ich 3 Tage zuvor den weissen Schleier aufgehangt hatte, war er innerhalb von 10 Minuten das Gesprachthema Nummer 1 und jedes Familienmitglied kamm um ihn zu begutachten. Haschids Grossvater starrte das Netz, auf dem Bett daneben sitzend, sogar eine ganze halbe Stunde wortlos an, und verlies dan kopfschuettelnd das Zimmer (bestimmt um sich begeistert selbst eines zu kaufen). Bereits 3 Stunden danach wuste scheinbar das halbe Dorf davon (3)

Die einzigen beiden anderen Dinge die meine Gastfamilie noch mehr begeisterten waren, ihr habt es bistimmt schon alle eraten, meine Fusse......... Ja, is ja eigentlich klar, oder? Naja, eigentlich meine weissen Fuesse. – Zitat Subita (Schwester der Frau des Bruders des Chefs): “You have so beautifull white feet” Kein Wunder, helle Haut ist in Indien ein Schoenheitsideal und waerend wir ins Solarium rennen, tut man, ... aehh Frau alles moegliche um so hellheutig zu bleiben wie moeglich. Dabei reichen die Masnahmen von komplett vermummen, bis zu speziellen Waschlotions (fur die reichere Mittelschicht), die, wen man der Fernsewerbung glaubt, einen grossen Teil der abgestorbenen dunklen Hautpartikel entfernt und die Anwenderin blasser wirken laesst. Haette doch nur Michael Jackson davon gewust.
Leider schlagt dieser Blassheitswahn oft schon in Rassismus um. Als ich in Jaipur (wo den sonst?) einen Tag mit einem aelterem Ehepaar aus Senegal unterwegs war, wurden diese mehrere male von, im Grunde nicht weisseren Indern ausgelacht und sogar beschimpft. Umgekert passiert es mir manchmal das mich wildfremde Inder darum bitten ein Foto mit mir schiesen zu duerfen um damit ihr facebook-Profil aufzupeppen. (Was naturlich nichts mit meinem europaischem Aussehen zu tun hat sondern mit meiner einzigartigen Personlichkeit.)
Einzigartig sind auch die indischen Strassen. Bei starkem Nebel koennte man anhand der Schlagloecher rausfinden wo man sich befindet, und, moglicherweise, sogar welcher Tag es ist. Den Tempofahrer ist das scheinbar egal. Aber auch wenn ich schlieslich mit mehr blauen Flecken gehe, als ich mittgebracht hatte, hat es sich gelohnt. Alleine schon die ausgereiften Zeichensprachenunterhaltungen mit der Grossmutter (meist gieng es darum das entweder die Kuehe, oder ich Hunger hatten; sprich, entweder ich musste Futter hexeln oder sie musste kochen) haben mehr Erinnerungswert als jedes Taj Mahal. Und jeden Tag mit der ganzen Familie auf dem Boden der winzigen Kuche zu essen, oder plotzlich mit 8 anderen auf einem alten Bettgestell zu sitzen, ist eine Erfahrung die sich kein Indienreissender entgehen lassen sollte.
(1): Tempo: Tuktuk mit 6 stadt 3 Sitzen.
(2): Danach war es leider noch beruechtigter.
(3): Neuste Experimete haben ergeben, dass das einzige was noch schneller ist als Licht, ein Gerucht ist. Bei dem revolutionarem Versuch fand man ausserdem heraus das ein Gerucht geringfuegigen aber vernachlaesigbaren Veraenderungen unterliegt: Waehrend die erste Person beispielsweise noch von einem “putzigem suesen kleinen Hamster” spricht, berichtet die 5. Person der sog. Geruechtekette von einem blau weis gestreiftem Huhn und die 11. Versuchsteilnehmerin von Gurkensalat.


Bis heute hatte ich auf der Amla-Farm von Haschids Vater gegen Unterkunft und Verpflegung gearbeitet, und in den nur 4 Tagen hier mehr uber Indien gelernt als in den geanzen 2 Wochen davor: Zum Beispiel wie man einen Hindutempel korrekt betritt, das Futter fuer die heiligen Kuehe hexelt, Curd herstellt, indisch duscht, oder das die zur Konservirung der Amlafruchte verwendete Industrialkohol-Zucker-Mischung meine Finger fuer fast 2 Wochen schwarz faerbt. Dan hab ich auch noch Dinge ueber dieses Land gelernt die ich so nie erwartet haette und die ich immernochnicht ganz verstehe. Zum Beispiel warum ausgerechnet im muckenverseuchtem Indien ein Foto von einem Moskitonetz meine 4 Mittfahrer so erstaunen kann. Immerhin koennte man meinen das solche Netze hier ueblich sein. Aber als ich 3 Tage zuvor den weissen Schleier aufgehangt hatte, war er innerhalb von 10 Minuten das Gesprachthema Nummer 1 und jedes Familienmitglied kamm um ihn zu begutachten. Haschids Grossvater starrte das Netz, auf dem Bett daneben sitzend, sogar eine ganze halbe Stunde wortlos an, und verlies dan kopfschuettelnd das Zimmer (bestimmt um sich begeistert selbst eines zu kaufen). Bereits 3 Stunden danach wuste scheinbar das halbe Dorf davon (3)

Die einzigen beiden anderen Dinge die meine Gastfamilie noch mehr begeisterten waren, ihr habt es bistimmt schon alle eraten, meine Fusse......... Ja, is ja eigentlich klar, oder? Naja, eigentlich meine weissen Fuesse. – Zitat Subita (Schwester der Frau des Bruders des Chefs): “You have so beautifull white feet” Kein Wunder, helle Haut ist in Indien ein Schoenheitsideal und waerend wir ins Solarium rennen, tut man, ... aehh Frau alles moegliche um so hellheutig zu bleiben wie moeglich. Dabei reichen die Masnahmen von komplett vermummen, bis zu speziellen Waschlotions (fur die reichere Mittelschicht), die, wen man der Fernsewerbung glaubt, einen grossen Teil der abgestorbenen dunklen Hautpartikel entfernt und die Anwenderin blasser wirken laesst. Haette doch nur Michael Jackson davon gewust.
Leider schlagt dieser Blassheitswahn oft schon in Rassismus um. Als ich in Jaipur (wo den sonst?) einen Tag mit einem aelterem Ehepaar aus Senegal unterwegs war, wurden diese mehrere male von, im Grunde nicht weisseren Indern ausgelacht und sogar beschimpft. Umgekert passiert es mir manchmal das mich wildfremde Inder darum bitten ein Foto mit mir schiesen zu duerfen um damit ihr facebook-Profil aufzupeppen. (Was naturlich nichts mit meinem europaischem Aussehen zu tun hat sondern mit meiner einzigartigen Personlichkeit.)
Einzigartig sind auch die indischen Strassen. Bei starkem Nebel koennte man anhand der Schlagloecher rausfinden wo man sich befindet, und, moglicherweise, sogar welcher Tag es ist. Den Tempofahrer ist das scheinbar egal. Aber auch wenn ich schlieslich mit mehr blauen Flecken gehe, als ich mittgebracht hatte, hat es sich gelohnt. Alleine schon die ausgereiften Zeichensprachenunterhaltungen mit der Grossmutter (meist gieng es darum das entweder die Kuehe, oder ich Hunger hatten; sprich, entweder ich musste Futter hexeln oder sie musste kochen) haben mehr Erinnerungswert als jedes Taj Mahal. Und jeden Tag mit der ganzen Familie auf dem Boden der winzigen Kuche zu essen, oder plotzlich mit 8 anderen auf einem alten Bettgestell zu sitzen, ist eine Erfahrung die sich kein Indienreissender entgehen lassen sollte.
(1): Tempo: Tuktuk mit 6 stadt 3 Sitzen.
(2): Danach war es leider noch beruechtigter.
(3): Neuste Experimete haben ergeben, dass das einzige was noch schneller ist als Licht, ein Gerucht ist. Bei dem revolutionarem Versuch fand man ausserdem heraus das ein Gerucht geringfuegigen aber vernachlaesigbaren Veraenderungen unterliegt: Waehrend die erste Person beispielsweise noch von einem “putzigem suesen kleinen Hamster” spricht, berichtet die 5. Person der sog. Geruechtekette von einem blau weis gestreiftem Huhn und die 11. Versuchsteilnehmerin von Gurkensalat.

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