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Donnerstag, 24. Februar 2011
Stadt der Verrückten!?
bumblebeni, 22:29h
“Gira a sinistra! Gira a sinistra!”
Ich bin in Gubbio, "Citta dei matti" (Stadt der Verrückten), und gerade beginn ich zu verstehen warum man sie in ganz Italien so nennt: Kein normaler Mensch würde einen Ausländer erlauben mit seinem Auto durch die engen Gassen und Straßen des Ortes zu irren. Besonders wen der entsprechende Ausländer ich bin. Hinter mir, auf der Rückbank, sitzt mein gubbianisches Navi und Besitzer des Autos. "Bravo! Bravo!“ erklärt er.
Aber wieso wollte er eigentlich das ich sein Auto steuer? Und wieso gondel ich überhaupt durch diese seltsame Stadt?
Um ehrlich zu sein, ich kann keine der beiden Fragen beantworten.
Zwei Tage zuvor kam ich zusammen mit seiner Tochter Paola, der Haushälterin der Azienda auf der ich arbeite, hier her. Ich wusste bereits dass die Bewohner Gubbios vom Rest Italiens für verrückt erklärt wurden. Insofern fühlte ich mich schon am ersten Tag wie ein Einheimischer. Das Leben hier ist viel langsammer und ruhiger als im hektischen Veneto (1 (siehe Ende des Beitrages)) und die Stadt selbst ist eine der schönsten italienischen die ich bisher gesehen hab. Gleichzeitig ist sie die stereotypischste: Über den Gassen wird immer noch selbstbewusst die Biancheri, die Wäsche, zum Trocknen aufgehängt. Vielleicht sehe ich deshalb hier so wenige Touristen. Immerhin gibt es nichts terrorisierendes als unter einem Sonnensegel gigantischer, tropfender Unterhosen durchlaufen zu müssen. Anders als beispielsweise in Venedig, merkt man deutlich das Gubbio immer noch am Leben ist und mehr für die Bewohner, als für die Touristen da ist.
Wir passieren die Ampel der Kleinstadt (es gibt nur eine) und fahren an der „Piazza dei quaranta morti“ vorbei. Am Kriegsdenkmahl sitzen die Signori, genießen die Sonne und tauschen den neusten Tratsch aus. Das Auto schleppt sich die steile Via hoch zum Corso (=Hauptstraße) der das eigentliche Zentrum des Ortes bildet. Den Rest müssen wir zu Fus gehen. Das heißt: steile Gassen, Rampen und Treppen. Man könnt fast sagen das Gubbio selbst eine einzige, überdimensionierte Treppe ist, an deren Spitze man die „Piazza grande“ findet, eine riesige Ausichtsplattform und unser Ziel.
Ein paar Straßen weiter gibt es die zweifelsfrei kurioseste Sehenswürdigkeiten der Stadt: Die „Fontana dei matti“ (der Brunnen der Wahnsinnigen) Angeblich wird man verrückt wenn dreimal um sie herumläuft und danach von einem Bewohner des Ortes mit dem Wasser des Brunnens „getauft“ wird. Aber scheinbar haben sogar die Gubbianer eingesehen das es keine gute Idee wäre jemanden wie mich zu gubbiisiren. (2)
„Siamo arrivati!“ (= Wir sind angekommen!) Wir stehen auf dem „Piazza grande“ , daneben der beeindruckenden „Palazzo dei consoli“. Unter uns breitet sich das Dächermeer der Stadt aus und in der Ferne zeichnen sich die grauen Berge ab. Die Glocke des Palazzo schlägt. Das Leuten mischt sich mit dem fleißigem Hupen (3) der Autofahrer das bis hier oben hörbar ist. Es ist 3 Uhr.
Es ist 11 Uhr (4). Statt dem Hupkonzert höre ich mir im Augenblick italienische canzoni (Gesänge) an und auf der freien Fläche vor unserem Tisch schieben sich einige Gäste der Feier gegenseitig in der Gegend rum. Sie tanzen Walzer. Paolas Familie hat mich zu dieser Wohltätigkeitsveranstaltung eingeladen. Ich hab schon eine Pizza hinter mir und arbeite gerade fieberhaft an der zweiten. Ob nun verrückt oder nicht, die Gubbianer, die ich kennengelernt hab, sind auf jeden Fall liebenswürdiger als manche normale Menschen.
(1): Obwohl dort vermutlich mein Chef der einzige Grund für diese Hektik ist.
(2): Egal wie verrückt man auch ist, der Selbsterhaltungstrieb behält fast immer die Oberhand.
(3): Die sog. Hub-Kommunikation ist eine Verständigungsform die parallel zur italienischen Sprache existiert. Einige der wichtigsten Wendungen sind:
Huup = Ciao, come va? = Hi, wie geht’s?
Huup = Sono qui! = Ich bin hier!
Huuup = Quella vacca di tua madre! = Du Kuh deiner Mutter!
(4): Für alle die sich jetzt fragen was plötzlich mit den anderen 8 Stunden passiert ist: Das hier nennt man einen Zeitsprung und gehört zur rhetorischen Special-Effect-Trickkiste eines jeden Bloggers, oder zumindest zu meinem.
Anmerkung des Autors: Wenn sie sie diesen Blog lesen werden sie sicherlich auf Rechtschrib – und Gramatigfehler stosen. Diese, sind, Allesamt beabsichtigt und dienen dazu diesem, Bog seine Einzigartigkeit zu verleihen.
Ich bin in Gubbio, "Citta dei matti" (Stadt der Verrückten), und gerade beginn ich zu verstehen warum man sie in ganz Italien so nennt: Kein normaler Mensch würde einen Ausländer erlauben mit seinem Auto durch die engen Gassen und Straßen des Ortes zu irren. Besonders wen der entsprechende Ausländer ich bin. Hinter mir, auf der Rückbank, sitzt mein gubbianisches Navi und Besitzer des Autos. "Bravo! Bravo!“ erklärt er.
Aber wieso wollte er eigentlich das ich sein Auto steuer? Und wieso gondel ich überhaupt durch diese seltsame Stadt?
Um ehrlich zu sein, ich kann keine der beiden Fragen beantworten.
Zwei Tage zuvor kam ich zusammen mit seiner Tochter Paola, der Haushälterin der Azienda auf der ich arbeite, hier her. Ich wusste bereits dass die Bewohner Gubbios vom Rest Italiens für verrückt erklärt wurden. Insofern fühlte ich mich schon am ersten Tag wie ein Einheimischer. Das Leben hier ist viel langsammer und ruhiger als im hektischen Veneto (1 (siehe Ende des Beitrages)) und die Stadt selbst ist eine der schönsten italienischen die ich bisher gesehen hab. Gleichzeitig ist sie die stereotypischste: Über den Gassen wird immer noch selbstbewusst die Biancheri, die Wäsche, zum Trocknen aufgehängt. Vielleicht sehe ich deshalb hier so wenige Touristen. Immerhin gibt es nichts terrorisierendes als unter einem Sonnensegel gigantischer, tropfender Unterhosen durchlaufen zu müssen. Anders als beispielsweise in Venedig, merkt man deutlich das Gubbio immer noch am Leben ist und mehr für die Bewohner, als für die Touristen da ist.
Wir passieren die Ampel der Kleinstadt (es gibt nur eine) und fahren an der „Piazza dei quaranta morti“ vorbei. Am Kriegsdenkmahl sitzen die Signori, genießen die Sonne und tauschen den neusten Tratsch aus. Das Auto schleppt sich die steile Via hoch zum Corso (=Hauptstraße) der das eigentliche Zentrum des Ortes bildet. Den Rest müssen wir zu Fus gehen. Das heißt: steile Gassen, Rampen und Treppen. Man könnt fast sagen das Gubbio selbst eine einzige, überdimensionierte Treppe ist, an deren Spitze man die „Piazza grande“ findet, eine riesige Ausichtsplattform und unser Ziel.
Ein paar Straßen weiter gibt es die zweifelsfrei kurioseste Sehenswürdigkeiten der Stadt: Die „Fontana dei matti“ (der Brunnen der Wahnsinnigen) Angeblich wird man verrückt wenn dreimal um sie herumläuft und danach von einem Bewohner des Ortes mit dem Wasser des Brunnens „getauft“ wird. Aber scheinbar haben sogar die Gubbianer eingesehen das es keine gute Idee wäre jemanden wie mich zu gubbiisiren. (2)
„Siamo arrivati!“ (= Wir sind angekommen!) Wir stehen auf dem „Piazza grande“ , daneben der beeindruckenden „Palazzo dei consoli“. Unter uns breitet sich das Dächermeer der Stadt aus und in der Ferne zeichnen sich die grauen Berge ab. Die Glocke des Palazzo schlägt. Das Leuten mischt sich mit dem fleißigem Hupen (3) der Autofahrer das bis hier oben hörbar ist. Es ist 3 Uhr.
Es ist 11 Uhr (4). Statt dem Hupkonzert höre ich mir im Augenblick italienische canzoni (Gesänge) an und auf der freien Fläche vor unserem Tisch schieben sich einige Gäste der Feier gegenseitig in der Gegend rum. Sie tanzen Walzer. Paolas Familie hat mich zu dieser Wohltätigkeitsveranstaltung eingeladen. Ich hab schon eine Pizza hinter mir und arbeite gerade fieberhaft an der zweiten. Ob nun verrückt oder nicht, die Gubbianer, die ich kennengelernt hab, sind auf jeden Fall liebenswürdiger als manche normale Menschen.
(1): Obwohl dort vermutlich mein Chef der einzige Grund für diese Hektik ist.
(2): Egal wie verrückt man auch ist, der Selbsterhaltungstrieb behält fast immer die Oberhand.
(3): Die sog. Hub-Kommunikation ist eine Verständigungsform die parallel zur italienischen Sprache existiert. Einige der wichtigsten Wendungen sind:
Huup = Ciao, come va? = Hi, wie geht’s?
Huup = Sono qui! = Ich bin hier!
Huuup = Quella vacca di tua madre! = Du Kuh deiner Mutter!
(4): Für alle die sich jetzt fragen was plötzlich mit den anderen 8 Stunden passiert ist: Das hier nennt man einen Zeitsprung und gehört zur rhetorischen Special-Effect-Trickkiste eines jeden Bloggers, oder zumindest zu meinem.
Anmerkung des Autors: Wenn sie sie diesen Blog lesen werden sie sicherlich auf Rechtschrib – und Gramatigfehler stosen. Diese, sind, Allesamt beabsichtigt und dienen dazu diesem, Bog seine Einzigartigkeit zu verleihen.
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